Neu hier? Anleitung in fünf Schritten
- Der Landtag rechts oben zeigt das amtliche Ergebnis: 83 Sitze, jeder Punkt ein Abgeordneter, jede Fraktion ein Block. Klick auf einen Sitz oder auf die Legende zeigt, wer dort sitzt.
- Eine Vorlage anklicken, links im Kasten "Szenario" ganz unten, zum Beispiel "BSW-Wähler bleiben zu Hause". Die Seite rechnet sofort neu. Neue Sitze bekommen einen farbigen Rand in der Farbe der Partei, die den Sitz abgibt. Oben rechts in den Chips steht +1 oder −1.
- Schritte anpassen. Jede Vorlage wird zu einer oder mehreren Zeilen, den Schritten. Die Zahl in der Zeile lässt sich direkt ändern, die Pfeile ↑↓ tauschen die Reihenfolge, × löscht. Mit dem Formular "Von … nach …" baust du eigene Schritte.
- Die Reiter unten beantworten die eigentlichen Fragen. "X Sitze mehr": was hätte für 9, 10, 11 Sitze gefehlt, und wo. "Ein Sitz mehr": die kleinste Änderung für einen Sitz. "Wahllokale": was wäre, wenn die schwächsten Lokale besser gelaufen wären. "Wahlkreise": die Direktmandate. Jeder Fund hat einen Knopf "+ Schritt", der ihn ins Szenario übernimmt.
- Teilen und zurück. "Link kopieren" oben rechts kopiert einen Link, der das ganze Szenario enthält. "Zurücksetzen" löscht alle Schritte. Nichts hier verändert Daten, alles läuft nur im Browser.
Die wichtigsten Begriffe. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er eine Person im Wahlkreis; wer dort die meisten Erststimmen hat, zieht direkt ein, das sind 41 Direktmandate. Mit der Zweitstimme wählt er die Landesliste einer Partei; die Zweitstimmen im ganzen Land bestimmen, wie viele der 83 Sitze jede Partei bekommt. Von dieser Zahl werden die Direktmandate abgezogen, der Rest wird mit Leuten von der Liste besetzt, das sind die Listenmandate. Parteien unter 5 % der Zweitstimmen bekommen keine Listensitze. Gewinnt eine Partei mehr Wahlkreise, als ihr nach Zweitstimmen zustehen, behält sie diese Mehrsitze, und der Landtag wächst durch Ausgleichssitze für die anderen.
Jeder Baustein hat außerdem einen eigenen Klapptext mit dem Zeichen ?, der erklärt, was er tut.
Szenario
Wie funktioniert das Szenario?
- Ein Schritt verschiebt Stimmen von einem Topf in einen anderen: von einer Partei zu einer anderen, von Nichtwählern zu einer Partei, oder umgekehrt. Töpfe sind die Zweitstimmen (Landesliste), die Erststimmen (Wahlkreis-Kandidaten) und die Nichtwähler.
- Vorlagen sind fertige Schritte zum Anklicken. Danach kannst du sie wie jeden anderen Schritt ändern.
- Eigener Schritt: Von (Quelle), nach (Ziel), Menge in Prozent oder Stimmen, welche Stimmenart, landesweit oder ein einzelner Wahlkreis. Die graue Zeile darunter sagt, wie viele Stimmen das wären.
- Prozent heißt: Prozent des Bestands der Quelle in dem Moment, in dem der Schritt an der Reihe ist. Erst 50 % BSW → SPD und dann 100 % BSW → alle übrigen: der zweite Schritt verteilt den Rest.
- Reihenfolge zählt. Die Schritte werden von oben nach unten angewendet. Rechts neben jedem Schritt steht, welche Sitze er verändert hat.
- Wer kommt oder geht, tut das mit beiden Stimmen. Nichtwähler, die eine Partei wählen, geben ihr Erst- und Zweitstimme; Erststimmen nur dort, wo die Partei einen Kandidaten hat.
Jeder Schritt verschiebt Stimmen. Die Schritte werden der Reihe nach angewendet, jede Änderung wird sofort neu gerechnet.
Wie lese ich den Halbkreis?
- Jeder Punkt ist ein Sitz, die Farbe die Fraktion. Die Fraktionen sitzen von links nach rechts in fester Ordnung und wachsen oder schrumpfen mit dem Szenario.
- Neue Sitze haben innen die Farbe der Partei, die den Sitz bekommt, und einen Rand in der Farbe der Partei, die ihn abgibt. Ausgleichssitze ohne Gegenstück haben einen hellen Rand.
- Klick auf einen Sitz oder auf einen Namen in der Legende öffnet die Liste der Abgeordneten: neue grün, ausgeschiedene durchgestrichen. Beim Überfahren mit der Maus treten die anderen Fraktionen zurück.
- In der Mitte stehen die Gesamtzahl der Sitze und die Zahl für die absolute Mehrheit. Über 83 Sitze hinaus wächst der Landtag nur, wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach Zweitstimmen zustehen.
- Gelbe Hinweise unter dem Halbkreis melden Besonderheiten, etwa eine erschöpfte Liste oder eine Kappung, weil ein Topf nicht reicht.
Sitze und Zweitstimmen
Was steht in dieser Tabelle?
- Zweitstimmen und Anteil im aktuellen Szenario. Das Δ dahinter ist die Veränderung gegenüber dem amtlichen Ergebnis.
- Sitze amtlich und Szenario, daneben die Differenz. Grün heißt mehr, orange weniger.
- Direkt / Liste: wie viele Sitze über gewonnene Wahlkreise kommen und wie viele über die Landesliste aufgefüllt werden. Die AfD hat fast nur Direktmandate, die SPD nur Listenmandate.
- Unten die Summe der gültigen Zweitstimmen und die daraus folgende 5-%-Hürde.
Sperrklausel · 5 % der gültigen Zweitstimmen
Was bedeutet die Sperrklausel?
- Nur Parteien mit mindestens 5 % der gültigen Zweitstimmen im Land bekommen Listensitze. Die Hürde ist eine Stimmenzahl, sie ändert sich mit jeder Verschiebung.
- Der Balken zeigt den Anteil jeder Partei, die rote Linie die Hürde. Rechts steht, wie viele Stimmen eine Partei über der Hürde liegt oder wie viele ihr fehlen.
- Fällt eine Partei unter die Hürde, verliert sie alle Listensitze auf einmal; die Sitze gehen an die übrigen Parteien. Das BSW liegt nur wenige tausend Stimmen darüber, deshalb kippt es in vielen Szenarien.
- Ein gewonnener Wahlkreis bleibt auch unter 5 % erhalten (Direktmandat), nur die Listensitze entfallen.
Was hätte die Partei gebraucht, um X Sitze zu haben? Erst der landesweite Bedarf an Zweitstimmen je Zielzahl, dann die Verteilung dieses Bedarfs auf die Wahlbezirke, in denen die Partei am schwächsten war: wie viele Wähler mehr in jedem einzelnen Wahllokal oder Briefwahlbezirk, jeder Gemeinde, jedem Wahlkreis.
Wie benutze ich diesen Reiter?
- Partei, Ziel und Quelle wählen: Für wen, wie viele Sitze, und woher die Stimmen kommen sollen (Nichtwähler oder eine andere Partei).
- Die Treppe zeigt für jede Zielzahl, wie viele Zweitstimmen landesweit fehlen, wie viel das in Prozentpunkten ist und welche Sitze sich sonst noch verschieben. Eine Zeile anklicken setzt das Ziel.
- Verteilung auf die Wahllokale: Der Bedarf wird auf die schwächsten Wahlbezirke verteilt. "Unterste 20 % nach Anteil der Partei" heißt: die 20 % der Bezirke, in denen die Partei am schlechtesten abgeschnitten hat. Die Regel sagt, wie sich der Bedarf auf diese Bezirke verteilt.
- Die Kacheln fassen zusammen: wie viele Bezirke, wie viele Wähler je Lokal im Schnitt, wie sich Anteil und Beteiligung dort ändern würden.
- Die Tabelle gibt es je Wahllokal, Gemeinde oder Wahlkreis; Spaltenüberschrift anklicken sortiert. "CSV herunterladen" für Excel, "+ Schritt ins Szenario" übernimmt alles nach oben.
Wichtig: Für Listensitze zählt nur die Landessumme der Zweitstimmen. Wo genau die Stimmen herkommen, ändert die Sitzzahl nicht. Die Verteilung auf Wahllokale zeigt, was der Bedarf vor Ort bedeuten würde.
Verteilung auf die Wahllokale
Beim Maß "Anteil der Partei" zählen alle 2.661 Wahlbezirke, also Wahllokale und Briefwahlbezirke. Beteiligung und Stimmen je Wahlberechtigten gibt es nur für die 2.150 Urnen-Wahllokale, weil Briefwahlbezirken keine Wahlberechtigten zugeordnet sind. Ein Briefwahlbezirk darf so viele Nichtwähler des Wahlkreises mobilisieren, wie seinem Anteil an den Wählern des Wahlkreises entspricht. Die Stimmen werden je Wahlkreis summiert ins Szenario übernommen; neue Wähler aus dem Nichtwählertopf geben beide Stimmen der Partei.
Was wäre, wenn die besten oder schlechtesten Wahllokale einer Partei mehr oder weniger Stimmen bekommen hätten? Beste und schlechteste nach dem Zweitstimmenanteil der Partei im einzelnen Wahlbezirk, Briefwahlbezirke eingeschlossen. Die Menge gilt je Bezirk, gemessen am dortigen Bestand.
Wie benutze ich diesen Reiter?
- Den Satz ausfüllen: besten oder schlechtesten, wie viel Prozent der Wahllokale, für welche Partei, wie viel mehr oder weniger, von wem oder an wen. Jede Änderung rechnet sofort neu.
- Beste und schlechteste werden nach dem Zweitstimmenanteil der Partei im einzelnen Wahlbezirk bestimmt, Briefwahlbezirke eingeschlossen. Die Briefwahl ist für die SPD deutlich besser als die Urne, deshalb sind die "besten" Bezirke meist Briefwahlbezirke.
- Die Einheit: "% ihrer Stimmen dort" ist relativ zum Ergebnis der Partei im Bezirk (34 Stimmen, 10 % mehr = 3 mehr). "Prozentpunkte" bezieht sich auf alle gültigen Zweitstimmen im Bezirk. "Stimmen je Wahllokal" ist eine feste Zahl.
- Der Kipppunkt sagt, ab welcher Menge in genau diesen Bezirken ein Sitz kippen würde. "Kipppunkt übernehmen" setzt die Menge darauf.
- Die Tabelle zeigt die betroffenen Bezirke, sortiert nach Größe der Änderung, wahlweise nach Gemeinde oder Wahlkreis zusammengefasst. "+ Schritt ins Szenario" übernimmt alles nach oben.
Alle 2.661 Wahlbezirke: 2.150 Wahllokale und 511 Briefwahlbezirke. Je Bezirk ist die Verschiebung durch den Topf begrenzt: bei "mehr" durch die Stimmen der Gegenseite bzw. die Nichtwähler dort, bei "weniger" durch die eigenen Stimmen. Briefwahlbezirken sind keine Wahlberechtigten zugeordnet; sie dürfen so viele Nichtwähler des Wahlkreises mobilisieren, wie ihrem Anteil an den Wählern des Wahlkreises entspricht, und die Zahl der Briefwähler steigt entsprechend. Die Stimmen werden je Wahlkreis summiert ins Szenario übernommen.
Alle 41 Wahlkreise mit Gewinner, Vorsprung und SPD-Ergebnis. Eine Zeile anklicken, um Erst- und Zweitstimmen direkt im Wahlkreis zu ändern. Jede Änderung wird ein Schritt im Szenario.
Wie benutze ich diesen Reiter?
- Die Tabelle zeigt für jeden der 41 Wahlkreise den Gewinner (Direktmandat), seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den SPD-Kandidaten mit Anteil und Platz, den SPD-Zweitstimmenanteil und die Wahlbeteiligung. Die Knöpfe oben sortieren, etwa nach knappstem Vorsprung.
- Eine Zeile anklicken öffnet den Wahlkreis mit Reglern für jede Partei, getrennt nach Erst- und Zweitstimmen, und für die Wahlbeteiligung.
- Ein Regler setzt den Anteil einer Partei im Wahlkreis auf einen Wert; alle anderen teilen sich den Rest im bisherigen Verhältnis. Jeder Regler wird ein Schritt im Szenario, ↺ nimmt ihn zurück.
- Gekippt steht bei einem Wahlkreis, wenn im Szenario jemand anderes gewinnt als amtlich. Ohne Mehrsitze ändert das nur, wer einzieht, nicht wie viele Sitze die Partei hat.
Was hätte es gebraucht? Der Rechner sucht die kleinste Verschiebung, mit der eine Partei einen Sitz mehr oder weniger bekommt, ausgehend vom aktuellen Szenario. Jeder Fund lässt sich als Schritt hinzufügen.
Wie benutze ich diesen Reiter?
- Partei und Richtung wählen, dann "Suchen". Der Rechner probiert systematisch aus, wie wenig Verschiebung reicht, damit die Partei genau einen Sitz mehr oder weniger hat. Ausgangspunkt ist das aktuelle Szenario.
- A listet für jede mögliche Quelle die kleinste Zahl Zweitstimmen, landesweit. Die Stimmen verteilen sich auf alle 41 Wahlkreise; Zeile anklicken zeigt die Aufteilung.
- B beantwortet dieselbe Frage für einen einzigen Wahlkreis: wie viele Wähler müssten allein dort kommen? Die Quelle steht in der Überschrift von B.
- C zeigt, mit wie vielen Erststimmen ein Wahlkreis kippen würde. Ohne Mehrsitze ändert das nicht die Sitzzahl, nur die Person, die den Sitz bekommt.
- Jede Zeile hat "+ Schritt": damit landet der Fund im Szenario oben.
Wer sitzt im Landtag, wer zieht im Szenario ein, wer fliegt raus. Direktmandate nach § 33, Listenmandate nach § 35 Abs. 7, Nachrücker nach § 35 Abs. 9.
Was zeigt dieser Reiter?
- Für jede Fraktion alle Abgeordneten im aktuellen Szenario: zuerst die Direktgewählten mit ihrem Wahlkreis, dann die Listenmandate in Reihenfolge der Landesliste.
- Wer im Wahlkreis gewinnt, scheidet auf der Liste aus; der nächste rückt nach. Deshalb kann ein Direktmandat, das kippt, auch die Listenmandate verschieben.
- Oben stehen die Veränderungen gegenüber dem amtlichen Ergebnis: wer neu einzieht und wer ausscheidet.
- Ist eine Liste erschöpft, bleiben Sitze unbesetzt; das wird als Hinweis gemeldet.
Jeder Schritt der Sitzverteilung zum Nachrechnen: Sperrklausel, Abzug fremder Direktmandate, Hare/Niemeyer, Mehrsitze und Ausgleich.
Was zeigt dieser Reiter?
- Die Sitzverteilung Schritt für Schritt nach § 35 des Landeswahlgesetzes, mit allen Zwischenzahlen, damit sich jedes Ergebnis nachrechnen lässt.
- 1. Sperrklausel: welche Parteien über 5 % liegen. 2. Abzug: Direktmandate von Parteien ohne Liste oder unter 5 % werden von den 83 Sitzen abgezogen. 3. Hare/Niemeyer: die restlichen Sitze werden im Verhältnis der Zweitstimmen verteilt, erst die ganzen Zahlen, dann die größten Reste. 4. Direktmandate werden vom Anspruch abgesetzt, der Rest kommt von der Liste. 5. Mehrsitze: hat eine Partei mehr Direktmandate als Anspruch, behält sie alle, und der Landtag wird so lange vergrößert, bis das Verhältnis wieder stimmt.
- Für Nicht-Juristen reicht: Die Zweitstimmen bestimmen die Sitzzahl, die Erststimmen bestimmen, wer die Sitze bekommt.